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Volksstimme vom
15.06.07
Von Mathias Müller
Konzert in der
Schlosskirche Neindorf begeisterte 150 Besucher / Im September lockt
Festwochenende in den Oschersleber Ortsteil
750 Jahre
Neindorf mit Festakt gewürdigt
Neindorf - Mit einem
Festakt in der Schlosskirche feierten Neindorfer und Gäste das 750.
Jubiläum Neindorfs. Sie erlebten ein festliches Konzert mit dem
Akkordeonorchester Oschersleben, dem Vokalterzett der
Bördekreis-Musikschule und Festreden des Ortsbürgermeisters Dieter
Bieber und des evangelischen Pfarrers Theo Spielnann.
„Auf den Tag genau vor 750 Jahren, am 13. Juni 1257, wurde unser
Neindorf zum ersten Mal urkundlich erwähnt", richtete Dieter Bieber,
Ortsbürgermeister von Beckendorf-Neindorf, am Mittwochabend Worte der
Begrüßung an die etwa 150 Gäste, die zur Festveranstaltung aus Anlass
des 750. Ortsjubiläums in die Schlosskapelle gekommen waren. Darunter
viele Einwohner Neindorfs, Landrat Burkhard Kanngießer, Oscherslebens
Bürgermeister Dieter Klenke, Pfarrer Theo Spielmann und Dietmar
Enderlein, Chef der Medigreif-Krankenhauskette, und damit Eigentümer des
Bördekrankenhauses.
Wie Bieber in seiner Festansprache ins Jahr 1257 zurückblickte, erfolgte
am 13. Juni die Aufstellung eines Vertrages über den Verkauf der
Grafschaft Seehausen durch den Bischof Volrad von Halberstadt an den
Erzbischof von Magdeburg. In diesem Vertrag war festgeschrieben, dass
die Dörfer Ottleben, Beckendorf, Groß-Hornhausen, Emmeringen, das alte
Dorf Oschersleben, Wegersleben, Andersleben, Brandsleben, Neindorf und
Hamersleben vom Verkauf ausgeschlossen werden sollten. „Die Urkunde, die
im Zuge des Verkaufs ausgestellt wurde und heute im Landeshauptarchiv
Sachsen-Anhalt zu findet ist, erhält somit unzweifelhaft die früheste
ausdrückliche Erwähnung Neindorfs", endete Biebers Ausflug in die
Geschichte des heutigen Oschersleber Ortsteils.
Pfarrer Theo Spielmann von der evangelischen Kirchengemeinde
Beckendorf-Neindorf, bezeichnete Neindorf mit dem Bördekrankenhaus aus
heutiger Sicht als „Schnittstelle fürs Leben". Frei nach dem Motto, „der
Arzt kuriert, Gott heilt". Um die Schlosskirche in Glaubensfragen zu
stärken, habe sich die Kirchengemeinde entschlossen, den Neindorfer
Taufengel „Josephine", der aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert
stammt, zu restaurieren. Die geschätzten Kosten liegen bei mehr als 10
000 Euro, die über Spenden und Patenschaften eingenommen werden sollen.
Die musikalische Gestaltung des Festaktes war dem Anlass angemessen auf
höchstem Niveau. Das Akkordeonorchester Oschersleben unter der Leitung
von Kerstin Radke spielte seinem Titel entsprechend weltmeisterlich. Die
zarten Stimmen der drei jungen Damen Vivian Hinz, Sarah Schindler und
Marie-Luise Rose - zusammen sind sie das Vokalterzett der Musikschule
des Bördekreises - erfüllte den Kirchenraum. Erst nach zwei Zugaben
entließen die Besucher die Musiker unter lang anhaltendem Beifall. Vor
der Schlosskirche feierten die Neindorfer dann bei einem Stehbankett mit
Sekt und belegten Schnittchen den 750. Geburtstag ihres Heimatortes.
Allerdings noch verhalten. Das eigentliche Partywochenende mit
Kindertheater, Mittelaltermarkt, Fotoausstellung, Jubiläumsball und
Festumzug findet später vom 7. bis 9. September statt. Es wird eine
Festschrift erscheinen, die Wissenswertes über Neindorf ans Tageslicht
bringt. „Ich würde mich freuen, wenn Sie alle mit Ihren Familien und
Ihren Freunden im Spätsommer wieder den Weg in unseren Ort finden
würden", lud Bieber die Gäste ein, im September das Festwochenende am
Hohen Holz zu besuchen.
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