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General-Anzeiger vom
23.06.04
Von Eberhard Nowatzki
Akkordeonorchester
Oschersleben erringt beim „8. International World Music Festival“ in
Innsbruck mit hervorragendem Erfolg den ersten Platz
Tolle Vorstellung in Innsbruck
In Innsbruck zeigten rund
300 Orchester und Spielgruppen aus 13 Ländern ihr Können. Rund 10 000
Teilnehmer und Gäste erlebten in mehreren Spielstätten Akkordeonmusik
vom Feinsten. Allein 6000 Plätze standen im Congress Innsbruck für
Besucher zur Verfügung. Unser Akkordeonorchester spielte in der
Kategorie Erwachsene Oberstufe , in der insgesamt 68 Orchester um die
begehrten Preise kämpften.
Um mir selbst einen möglichst guten Überblick zu verschaffen habe ich
mir am Freitag und Sonnabend insgesamt 27 Orchester angehört. Nun haben
sich zwar ein paar Stücke wiederholt, aber meist wurden jeweils andere
Stücke gespielt. Da fällt es einem Laien natürlich sehr schwer, die
Interpretationen zu vergleichen. Für die meisten Zuhörer war alles sehr
gut. Trotzdem konnte man zumindest bei manchen Orchestern allein an der
Reaktion des Publikums schon Unterschiede feststellen.
Im gut besetzten Saal Innsbruck mit 600 Sitzplätzen sagte nach dem
Programm des Akkordeonorchesters Oschersleben eine Frau hinter mir
spontan, dass dieses Orchester ihr Favorit für den besten Platz wäre.
Und beim Verlassen der Bühne standen der Moderatorin Tränen in den
Augen, so schön hätte sie noch kein Orchester gehört. Das gab mir zwar
alles etwas Hoffnung für unsere Truppe, aber wie würde sich die Jury
entscheiden?
Das Orchester selbst stand zunächst unter höchster Anspannung. Es hat in
seinem Quartier im bayerischen Brannenburg bis zur letzten Minute
geprobt. Dadurch konnten die Spieler von Innsbruck selbst kaum etwas
sehen, und die Ruhe, sich andere Orchester anzuhören, hatten sie
natürlich erst nach ihrem Wertungsspiel.
Etwas Zeit konnte ich mir auch noch für Jugendorchester und besondere
Gäste nehmen. So spielte auch ein Jugendorchester aus Australien. Es war
sehr wohltuend, mit welcher Herzlichkeit die jungen Leute empfangen
wurden. Die Jury hat die spielerische Leistung mit sehr gut bewertet,
aber vom Publikum gab es besonders herzlichen Beifall allein für die
Tatsache, dass sich dieses Orchester aus Sydney nur wegen des
Wettbewerbs auf die weite Reise begeben hat. Auch ein chinesisches
Ensemble brachte ein interessantes Programm, bei dem das
Akkordeonorchester durch einige typische Instrumente der chinesischen
Musik und Gesang verstärkt wurde.
Nach einer unruhigen Nacht fuhr ich dann Sonntag wieder rechtzeitig von
meinem Quartier nach Innsbruck, um an der Abschlussveranstaltung im
Bergisel-Stadion an der Olympia-Sprungschanze teilzunehmen. Diese zwei
Stunden waren sehr beeindruckend. Auf der einen Seite des Auslaufs war
eine kleine Bühne für die Siegerehrung, ein paar Stufen darüber ein
Akkordeonorchester und ein Chor für die musikalische Umrahmung. Auf der
gegenüber liegenden Seite hatten die Gruppen und Gäste Platz genommen.
Nach Begrüßungsworten der Innsbrucker Oberbürgermeisterin ging es dann
endlich mit der Preisverleihung los. Es begann mit den kleinsten
Spielern und den Mundharmonikaspielern, setzte sich dann über die
Jugendorchester bis zu den Erwachsenenorchestern fort. Auch hier zeigte
sich die insgesamt perfekte Organisation. So wurden gleich alle
Dirigenten der entsprechenden Altersstufen nach vorn gebeten, damit sich
die Überreichung der Urkunden und Preise (kleine Skulpturen) nicht zu
sehr in die Länge zog.
Nun kam endlich die Kategorie Erwachsene Oberstufe, Platz 33, Platz 32,
und immer die Hoffnung, sie möchten doch Oschersleben bitte noch nicht
nennen. Es kam Platz 12 … vielleicht sind sie doch unter den ersten 10 ?
Dann kamen die Plätze 6 und 5 und nun die Hoffnung, doch bitte nicht den
undankbaren Platz 4 zu bekommen. Die Spannung und die Hoffnung stiegen,
und dann unbeschreiblicher Jubel: Platz 1 für das Akkordeonorchester
Oschersleben. Ich konnte ja gleich persönlich gratulieren und erleben,
wie die Freudentränen liefen. Diese Musiker konnten wirklich stolz
anschließend die Heimreise antreten, denn sie haben wieder einmal den
Namen unserer Heimatstadt weltweit bekannt gemacht.
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